Biografie

Sarah Schumann (1933-2019)

Sarah Schumann wird 1933 geboren in Berlin. Beide Eltern waren Bildhauer (häusliche Unterweisungen in Grundtechniken). Mit 15 Jahren verlässt sie das Elternhaus und führt ein selbständiges Leben. Im Alter von 19 Jahren konzentriert sie sich ganz auf die Malerei.

1953 Erste Einzelausstellung in der "Zimmergalerie Franck" (Frankfurt a. M.): Schockcollagen, überwiegend Frauendarstellungen.

1953-1960 reist in die europäischen Metropolen und setzt sich mit den Kunstsammlungen vor Ort auseinander. Arbeitet an zahlreichen Collagenarbeiten.

1959 erfolgt der Umzug von Hannover nach Hamburg.

Ohne Titel, 1958, Öl, Papier auf Holz, 75 x 55 cm

1960 bis 1963 lebt sie in London. In dieser Zeit entstehen: informelle Bilder, Materialcollagen, Illustrationen, z. B. zu Alice in Wonderland, erste 'Monroe-Darstellungen'.

1963 bis 1968 hält sie sich in Italien auf (Piemont): Zeit der 'rosafabenen Bilder', Illustrationen zu Rafael Albertis "Engelgedichten". Collagearbeit mit selbst erstelltem fotografischem Material.

1968 Rückkehr nach Berlin.

Der Finger, 1965, Öl, Papier auf Holz, 75 x 55 cm

1971-1974 aktiv in der Berliner Frauengruppe "Brot + Rosen".

1973 zusammen mit Helke Sander dreht sie die Filme "Macht die Pille frei?" und "Männerbünde".

1974-1977: gemeinsam mit anderen Frauen Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung "Künstlerinnen international 1877-1977". Publikation von eigenen Texten. Währenddessen und in der Folgezeit entstehen die ersten großen Frauenbildnisse.

1977-1978 Stipendium für die deutsche Akademie, Villa Massimo, Rom.

Silvia, 1978, Collage, 50 x 68 cm
Katalog »Künstlerinnen international 1877–1977«

1981 Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin.

1982 Reise nach Indien (3 Monate). Erstmalig Auseinandersetzung mit Landschaften und Architekturen sowie die Thematisierung der 'Fremde'.

1982-1989 Reisen in die DDR (die nahe Ferne). Besuche der Parke von Lenné und Pückler-Muskau.

1985 Reise nach Kenia (6 Wochen): großformatige Triptychen mit topographischen Aufsichten (Die Farbe des braunen Kontinents ist blau).

1986 erstes Bild (der jüdische Friedhof in Bleckede) zu dem Zyklus Frühe Gräber.

1989 zweite Reise nach Kenia. Workshop mit afrikanischen Künstlern.

1989 Zyklus Das zerstörte Dresden.

Ohne Titel, 1984, Gouache über Photographie auf Bütten, 50 x 76 cm
Ohne Titel, 1988, Gouache über Photographie auf Bütten, 50 x 76 cm

1990 Arbeiten auf Papier und Zeichnungen, z.B. das durch Bomben zerstörte Berlin, auf der Grundlage von Militäraufnahmen.

1992 Beendigung der Sequenz Frühe Gräber.

1992-1995 Reisen nach Moskau. Es entsteht der Zyklus: Moskau. Erz und Körper.

1994-1996 Zyklus Das Oderbruch.

1995 Bilder der Mark Brandenburg.

1995-1996 Zyklus die Seepyramide und die Landpyramide in Branitz.

1996 erneute Russlandreise (besonders: Novgorod, Tretjakov-Galerie), Studium der russischen Ikonen.

1997 Zyklus Monument Kreidefelsen.

1997-1998 Zyklus Tiere an fremden Orten.

1998-1999 Zyklus Volksbäder. Badetempel. Stadtbäder.

Das Lenin-Mausoleum, 1994, Pigmentmalerei auf Leinwand, 220 x 160 cm
Die Seepyramide in Branitz, 1991, Pigmentmalerei auf Leinwand, 158 x 214 cm

2000 Zyklus Brücken über grün und blau.

2000-2001 Zyklus Berlin: Spaziergänge in einer Stadt. Gouache.

2002 Zyklus Madonnenbildnisse

2004-2005 Expedition Heiligengrabe. Wölfe und Hunde.

2006-2007 Zyklus die Ostsee.

Madonna der Barmherzigkeit aus Florenz, 2002, Pigmentmalerei auf Leinwand, 130 x 102 cm

2012 Zyklus Im Wartesaal. Als die Tränen noch geholfen haben.

2013 Zyklus zum Park und Schloss Sanssouci - Der Widerschein einer Erscheinung.

2013-2015 Zyklus Als rot der Tag begann die Wandlung des Doktor Prokto.

2015 Veröffentlichung der Publikation "Sarahs Gesetz" von Silvia Bovenschen.

seit 2018 wird das Œu­v­re der Künstlerin von Van Ham Art Estate verwaltet.

2019 Sarah Schumann verstirbt am 03.07.2019 in Berlin

 

 

Silvia Bovenschen, Sarahs Gesetz, S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M., 2015